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Design einer bestmöglich an die Zielgruppe angepassten Diabetes-App

Im wissenschaftlichen Teil meiner Bachelorarbeit erforschte ich die Auswirkungen einer Typ-1-Diabetes-Diagnose auf junge Erwachsene. Ich untersuchte die physischen, psychischen und sozialen Auswirkungen der chronischen Krankheit auf das Leben von Personen im Alter von etwa sechzehn bis dreißig Jahren. Die Ergebnisse meiner Forschung tragen zu einem besseren Verständnis der strapazierenden Herausforderungen und besonderen Risiken der fokussierten Zielgruppe bei, welche die Diabetestherapie beinträchtigen und die Gefahr von Folge- und Begleiterkrankungen gravierend steigern. Zwar gibt es bereits einige Maßnahmen und Technologien, die den Alltag mit Typ-1-Diabetes erleichtern und die Lebensqualität erhöhen. Dennoch braucht es weitere Bemühungen und maßgeschneiderte Lösungen, um junge Diabetespatient:innen im Umgang mit der Krankheit bestmöglich zu unterstützen.

Unter anderem gibt es große Verbesserungspotentiale bei Apps, mit denen zahlreiche Betroffene heutzutage ihre glykämischen Werte überwachen. Besonders die fehlenden Funktionalitäten und die nicht vorhandene Berücksichtigung von Zielgruppenbedürfnissen weckten mein Interesse. Ich entschied mich also dazu, im praktischen Teil meiner Bachelorarbeit einen klickbaren Protoypen einer bestmöglich an die Zielgruppe angepassten Diabetes-App zu erarbeiten. Die sekundäre Zielgruppe bilden Diabetesberater:innen der primären Zielgruppe der jungen Erwachsenen (sechzehn bis dreißig Jahre, w/m/d) mit Diabetes Typ 1, die in Deutschland wohnen und CGM (+ Pumpe) tragen, die mit einer iOS-App verbunden sind.

Nach der theoretischen Recherche über das Thema Diabetes mellitus, führte ich qualitative Befragungen mit Diabetesbetreuerinnen und jungen Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes durch, um persönliche Erfahrungen, Ansichten und Gedanken zu sammeln. Ihre Geschichten und Perspektiven haben mir geholfen, ein tieferes Verständnis für die Herausforderungen und Bedürfnisse dieser Zielgruppe zu entwickeln und einige interessante Ergebnisse zusammenzutragen. Ziel der Befragung war es, herauszufinden, was eine App braucht, damit sie Diabetes Typ 1-Patient:innen und ärztliches Personal bei der Betreuung dieser Patient:innen unterstützt und was hinderlich ist. Die Gespräche dauerten jeweils ca. ein bis zwei Stunden. Die zwei männlichen und vier weiblichen teilnehmenden Patient:innen sind zwischen 22 und 26 Jahre alt und haben ihre Diagnose im Alter von zwei bis zwanzig erhalten. Alle tragen ein CGM-Gerät, davon misst eine allerdings täglich zusätzlich mit einem Blutmessgerät zum Kalibrieren. Zwei tragen eine schlauchlose Patch-Pumpe, drei eine Schlauchpumpe, einer spritzt mithilfe eines Insulinpens. Fünf Teilnehmer:innen nutzen eine App, eine nicht. Beide interviewte Beraterinnen arbeiten in einer internistischen Praxis mit diabetologischem Schwerpunkt, die Patienten im Alter von sechzehn bis 95 Jahren betreut. Beide tragen den Titel Diabetesberaterin DDG, eine ist zusätzlich Fachwirtin im Gesundheits- und Sozialwesen.

Anschließend wurden die Insights in fünf verschiedene Themenblöcke zusammengefasst, um eine bessere Übersicht über die unterschiedlichen Pain Points zu gewinnen. Diese sind: Alarme/Erinnerungen, Wissensvermittlung/Beistand/Beratung/Arztbesuche, Schwierigkeiten bei Einschätzung von Kohlenhydraten/Dokumentation/Machine-Learning, Blutzuckerwert/Statistiken/Daten/Design und App x Sensor x Pumpe. Nachdem die Übersicht über die Pain Points erstellt wurde, wurden für diese Probleme „How Might We“-Fragen gesammelt, um zielführende Lösungen zu generieren.

Die nächsten Schritte in der Entwicklung eines MVPs bzw. MMPs zum Managen der Krankheit Diabetes mellitus Typ 1 sind die Vorbereitung von Nutzertests, Auswertung der Ergebnisse, Überarbeitung des Prototypen, Einbeziehung von weiteren relevanten Stakeholdern wie bspw. Programierer:innen und Vertreter:innen von CGM- und Pumpenherstellern, um auch deren Ansichten und Limitationen zu berücksichtigen. Ebenso sollte ein weiteres Testing angesetzt werden, in dem es weniger um den Content der App, sondern schwerpunktmäßig um die User Experience geht. Hierfür können im Rahmen eines A/B-Testings auch mehrere Versionen desselben Screens gezeigt werden, um herauszufinden, welche Darstellung von den Proband:innen bevorzugt wird.

Zeitraum: 01.2o23 - 07.2o23

Meine Aufgaben: theoretische Recherche, Marktanalyse, qualitative Befragungen, Synthese (Pain Points, HMWs), Erstellung von Personas, Erstellung der Patient Journey inkl. Needs und Features, Erstellung der Wireframes, Erstellung des digitalen Klick-Prototypen

MockUps: Designed by Freepik

DiaHelp 1
Primäre Zielgruppe sind junge Erwachsene (sechzehn bis dreißig Jahre, w/m/d) mit Diabetes Typ 1, die in Deutschland wohnen und ein CGM (+ Pumpe) tragen, die mit einer iOS-App verbunden sind
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Patient Journey & Patient Needs (Diagnose)
Diahelp 3
Patient Journey & Patient Needs (Routine)
Diahelp 4
Patient Journey & Patient Needs (Ereignisse)
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Wireframes
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UI Kit
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Lade-Screen, Home Screen, Navigation Bar
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Einstellungen, Alarme
Diahelp 9
Dokumentation, Scanner, Historie
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Wissen: Lexikon, Wissen: News
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Dialog: Chats, Dialog: Neuer Chat, Dialog: Praxen
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Statistik, Geräte
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Sperrbildschirm: Widget, Erinnerung, Blutzucker Warnung